Wolfgang Blanke

Reine Malerei – „berauschend“

Reine Malerei, die Intention des Malers Wolfgang Blanke und die Ausstellung "berauschend" in der Galerie Kulturraum, Speyer, vom 30.3. bis 25.5.2014, an der sich Blanke beteiligt. Beides ist in diesem treffenden Titel sinnig vereint. Seit 1991 arbeitet Blanke an der Erfassung und Darstellung der Sinnlichkeit des Materials Farbe, das andere als fertiges Produkt in Tuben, Dosen, Näpfen kaufen, er hingegen als Rohstoff verwendet um neue malerische Wege zu entdecken.

In seinem seit 1998 mehrfach verlegten und inzwischen vergriffenen Buch „Malerei mit Pigmenten und variablen Bindemitteln“ macht er den Umgang mit diesen Rohstoffen einem interessierten Kreis zugänglich. Er selbst beschreibt seine Arbeit:

„Was gibt es Schöneres – oder auch Sinnvolleres in der Malerei als die Malerei selbst zu thematisieren: Dieser sinnliche Umgang mit dem herrlichen Material, natürlich stelle ich meine Farben selber her, arbeite mit Rohstoffen, mixe Emulsionen erprobe das spezifische und ideale Material. Dieser ständige intensive Dialog mit dem Werden eines Bildes, dem Illusionsfeld, dem Wechsel zwischen Illusion und der Selbstständigkeit des farbigen Materials! Ich kenne die Wahrnehmungspsychologie und Gestalttheorie, kann diese bewusst in der Malerei einsetzen. Der Malprozess muss sichtbar werden, der Maler selbst zeigt sich. Das Spiel mit dem Figur-Grund-Verhältnis erzeugt Spannung, die Pinselhiebe sind transparent, überlappen sich, der Betrachter sucht sich selbst die für ihn passende Identifikation.“ Hier wird also eine Interdependenz deutlich: weil der Malprozess zelebriert wird soll er auch sichtbar sein, also differenzierte transparente Pinselspuren, also Trennung von Pigment und Bindemitteln wie Öle, Wachse, Leime, Gummen, Harze u.a. Das Material fordert das passende Werkzeug und das dazu passende Verfahren. Der Pinselduktus ist das Ergebnis eines sensiblen Einfühlens in Material und Werkzeug (Pinsel). Durch das Überlappen der Pinselspuren ergibt sich auch ein Überlappen von Figur und Grund, es entsteht eine spannende polyvalente Ergänzungstätigkeit des Betrachters, die zusätzlich Veränderungen durch Abstand und Beleuchtung erfährt. Die menschliche Gestalt ist in der menschlichen Wahrnehmung am differenziertesten gespeichert, deshalb also Blankes Beschäftigung mit diesem Motiv, das ja auch seinen Erfahrungen entspricht.

Blanke wurde 1948 in Münster geboren, fuhr einige Jahre bei Hapag-Lloyd zur See, studierte danach an den Akademien in Karlsruhe und Mainz, war Kunsterzieher am Gymnasium, fuhr aber auch immer wieder zur See als Animateur auf Kreuzfahrtschiffen oder auf eigenem Kiel viele Jahre im Mittelmeer oder in den USA. Hier publizierte er Bücher über das Segeln. Vertreten wird seine Malerei in den Galerien Kulturraum in Speyer, Zeitgeist in Nürnberg, Altstadtgalerie in Mainz, Schortgen in Luxemburg und Dessers-Beeck in Keerbergen, Belgien. Kontakt: WolfgangBlanke.Kulturserver.de

 

"Auf dem Sofa"

 

 

"Am Tisch" 

 

 

"Tischrunde"  

 

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